Ein Tag rund um Korea

Gruppenarbeit
Gruppenarbeit zu Hintergrundinformationen über die Teilung Koreas. © DOJL

Am siebten Tag des Deutschen Olympischen Jugendlagers erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die Geschichte der Teilung Nord- und Südkoreas sowie einen Einblick in die Arbeit der Deutschen Botschaft in Seoul.

Am kommenden Dienstag werden die Teilnehmenden des DOJL die Demilitarisierte Zone (DMZ) zwischen Nord- und Südkorea besuchen – einer der großen Höhepunkte der Reise. Um diesen außergewöhnlichen Ausflug vorzubereiten und für die Besonderheiten der koreanischen Geschichte und Teilung zu sensibilisieren, stand am heutigen Vormittag ein Workshop auf dem Programm. Zunächst erarbeiteten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen einzelne Abschnitte der koreanischen Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg und informierten sich gegenseitig über die wichtigsten Ereignisse – vom Koreakrieg über Putschversuche bis zur Sonnenscheinpolitik und gemeinsame Olympiamannschaften.

Als Experten zu Korea und der DMZ begrüßte das DOJL anschließend Oberst Dieter Dreyer, den Militärattaché der Deutschen Botschaft in Seoul. Anhand historischer Eckdaten und aktueller Begebenheiten beleuchtete er die Situation des geteilten Korea und beantwortete Fragen der Jugendlichen – von den Chancen auf eine Wiedervereinigung über die Gefahr eines Krieges bis zu den in den Konflikt involvierten Mächten außerhalb Koreas. Sein wichtigster Hinweis an die Teilnehmenden: „Versuchen Sie auf diese Region nicht als Deutsche zu schauen, sondern die Positionen beider koreanischer Seiten zu verstehen, bevor Sie sich ein Urteil bilden.“

Am Nachmittag erhielten die Jugendlichen in einem weiteren Workshop einen Einblick in die tägliche Arbeit der Deutschen Botschaft in Seoul. Die Botschaftsmitarbeiter Weert Börner, Markus Hatzelmann, Valerio Trabandt und Oliver Sperling berichteten in Kleingruppen über ihren Arbeitsalltag, ihren Weg in den diplomatischen Dienst und beantworteten zahlreiche Fragen. Diese reichten von „Wo machen Sie eigentlich Urlaub?“ über „Gibt es in jedem Land eine Deutsche Botschaft?“ bis zu „Wo würden Sie am liebsten einmal arbeiten?“ Die Jugendlichen zeigten sich sowohl am Alltag und den Herausforderungen diplomatischer Arbeit interessiert, erfuhren aber auch noch viel Neues über ihr Gastgeberland Korea.

„Wir sind der Deutschen Botschaft sehr dankbar, dass sie unsere Programmplanung in Korea bereits seit Beginn unserer Vorbereitungen unterstützt“, sagte Tobias Knoch, der Leiter des Jugendlagers. „Im Rahmen dieser Kooperation können wir den Jugendlichen wichtiges Wissen zur historischen und aktuellen Lage auf der koreanischen Halbinsel vermitteln, so dass sie auch die jüngsten Entwicklungen im Gastgeberland der Olympischen Spiele besser einschätzen können. Außerdem konnten wir unserer Gruppe dank der einen Einblick in die diplomatische Arbeit der Bundesrepublik hier in Korea geben.“

Ein weiteres sportliches Highlight erlebte eine Teilgruppe am Abfahrtshang des Jeongseong Alpine Center. Dort wurde der am Sonntag abgesagte Herren-Wettbewerb nachgeholt. Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten die Jugendlichen den Sieg des Norwegers Aksel Lund Svindal und bejubelten die guten Platzierungen der Starter von Team Deutschland. „Wir hatten tolle Plätze im Zielraum direkt bei den Athleten und konnten die deutschen Starter Thomas Dreeßen, Andreas Sander und Josef Ferstl treffen – alle waren total locker drauf und haben sich mit uns unterhalten“, sagte Milena Wiegand, die selbst als Skifahrerin aktiv ist.

Am Abend stand die koreanische Kultur im Mittelpunkt des Programms. Auf Einladung der Koreanischen Zentrale für Tourismus besuchten die Teilnehmenden des DOJL die Comedy- und Artistikshow „Nanta“. Eingebettet in eine Küchenszene zeigten die Darsteller beeindruckende Kunststücke und humoristische Einlagen mit Küchenmessern, Tellern und anderen Utensilien. Anschließend wurde es musikalisch. In der hauseigenen Karaoke-Bar des YMCA ließen die Jugendliche und ihre Betreuer den Abend zu aktuellen Songs und Klassikern der Musikgeschichte ausklingen.

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